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Welche Pfahlgründung passt zu Ihrem Bauprojekt?
Eine sichere Gründung ist die Basis für jedes Bauprojekt. Sie nimmt die Lasten des Bauwerks auf und leitet sie zuverlässig in den tragfähigen Baugrund ab. Gerade bei anspruchsvollen Bodenverhältnissen, hohen Gebäudelasten oder begrenztem Platz auf der Baustelle kommt es darauf an, frühzeitig das passende Verfahren zu wählen. Im Spezialtiefbau stehen dafür unterschiedliche Pfahlsysteme zur Verfügung. Zwei häufig eingesetzte Verfahren sind Vollverdrängungsbohrpfähle und Teilverdrängungsbohrpfähle. Beide Systeme haben ihre Vorteile, unterscheiden sich aber in der Herstellung, rund um den Einsatzbereich und bei der Wirtschaftlichkeit.
Vollverdrängungsbohrpfähle: effizient gründen mit wenig Bohrgut
Bei Vollverdrängungsbohrpfählen wird der Boden während der Herstellung vollständig seitlich verdrängt. Dadurch fällt kein Bohrgut an, das abtransportiert und entsorgt werden muss. Gerade das kann ein deutlicher Vorteil sein, wenn eine Baustelle schnell und sauber umgesetzt werden soll. Das Verfahren eignet sich besonders dann, wenn die Bodenverhältnisse gut einzuschätzen sind und keine größeren Hindernisse im Baugrund erwartet werden. Durch die seitliche Bodenverdrängung können schlanke Pfahldurchmesser mit hoher Tragfähigkeit hergestellt werden, gleichzeitig entstehen vergleichsweise geringe Lärm- und Erschütterungsemissionen. Ein weiterer Vorteil liegt in der wirtschaftlichen Ausführung. Da kein Bodenmaterial gefördert wird, reduzieren sich Transport- und Entsorgungsaufwand. Das macht Vollverdrängungsbohrpfähle vor allem bei geeigneten Baugrundverhältnissen zu einer effizienten Lösung.
Wo Vollverdrängungsbohrpfähle an ihre Grenzen kommen
Trotz ihrer Vorteile sind Vollverdrängungsbohrpfähle nicht für jede Situation geeignet. In sehr festen Böden sind die erreichbaren Einbindetiefen begrenzt. Auch bei Zuglasten und Momentenbelastungen sind die Einsatzmöglichkeiten eingeschränkter als bei anderen Pfahlsystemen. Hinzu kommt: Das Verfahren benötigt leistungsstarke Geräte. Bei Hindernissen im Baugrund kann die Ausführung empfindlich reagieren. Für Fels ist das System ebenfalls nicht geeignet. Deshalb ist eine genaue Prüfung der Bodenverhältnisse vorab besonders wichtig.
Teilverdrängungsbohrpfähle: mehr Spielraum bei anspruchsvollen Anforderungen
Teilverdrängungsbohrpfähle kombinieren Bodenverdrängung mit gezielter Bodenförderung. Ein Teil des Bodens wird seitlich verdrängt, überschüssiges Material wird gefördert. Dadurch entsteht mehr Flexibilität bei wechselnden oder anspruchsvolleren Bodenverhältnissen.
Das Verfahren ermöglicht größere Einbindetiefen in tragfähige Bodenschichten. Gleichzeitig lassen sich höhere Tragfähigkeiten realisieren, auch bei Druck-, Zug- und Momentenbelastungen. Damit eignen sich Teilverdrängungsbohrpfähle besonders für Projekte, bei denen die Gründung zusätzliche Leistungsreserven braucht.
Auch hier sind die Lärm- und Erschütterungsemissionen gering. Je nach Pfahllänge können geneigte Pfähle hergestellt werden. Das eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, wenn Lasten gezielt abgetragen oder besondere Randbedingungen berücksichtigt werden müssen.
Was bei Teilverdrängungsbohrpfählen zu beachten ist
Da bei der Herstellung Bohrgut anfällt, müssen Transport und Entsorgung berücksichtigt werden. In Einsatzbereichen, in denen Vollverdrängungsbohrpfähle möglich und ausreichend sind, können Teilverdrängungsbohrpfähle deshalb die kostenintensivere Lösung sein.
Auch die Ausführung ist anspruchsvoller. Dafür bieten sie bei passenden Anforderungen mehr Flexibilität und höhere Leistungsfähigkeit. Kleinere Hindernisse im Baugrund können je nach Situation bedingt verdrängt werden. Für Fels ist aber auch dieses Verfahren nicht geeignet.
Entscheidend ist der frühe Blick auf das Gesamtprojekt
Ob Vollverdrängungsbohrpfahl oder Teilverdrängungsbohrpfahl: Die wirtschaftlichste Lösung ergibt sich selten aus dem Verfahren allein. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Baugrund, Gebäudelasten, Platzverhältnissen, Terminplan, Entsorgungssituation und Ausführungsrisiken. Wer frühzeitig prüft, welches Pfahlsystem zum Projekt passt, kann spätere Anpassungen vermeiden und die Gründung technisch wie wirtschaftlich besser planen. Die beste Lösung ist deshalb immer projektspezifisch. Wir unterstützen Sie dabei, das passende Pfahlsystem frühzeitig zu bewerten und eine sichere, wirtschaftliche Gründung für Ihr Bauprojekt zu planen.
Sie planen ein Projekt mit Tiefgründung? Sprechen Sie uns frühzeitig an. Wir beraten Sie gerne zum passenden Pfahlsystem.
